#1 Sümpfnasium + Bärealschule + Grunzschule von Franz Josef Neffe 06.07.2013 14:46

Vor 2000 Jahren waren hier Sümpfe und Bären und Wildschweine die Lebensaufgaben, die es bewältigen zu lernen galt.

Niemand wäre damals auf die Idee gekommen, die Kinder dafür in drei verschiedene Bildungseinrichtungen zu schicken, ins Sümpfnasium oder die Bärealschule oder die Grunzschule.

Damals war es den A-Elteren noch klar, dass sie selber mit den Problemen fertig werden und vormachen mussten, wie es geht.

Niemand wäre auch auf die Idee gekommen, dass man mit mehr als zehn Kindern nicht überleben lernen kann - da hatte man ja schon in der Familie mehr.

Niemand wäre auf die verrückte Idee gekommen, Kinder den ganzen Tag in Häuser zu setzen und sie halbfertige Bildchen von Sümpfen und Bären und Wildschweinen ausmalen zu lassen und dann zu glauben, dass sie dadurch den Sümpfen und Bären und Wildschweinen gewachsen würden.

Niemand wäre auf die verrückte Idee gekommen, Kinder Besinnungsaufsätze über Sümpfe, Bären und Wildschweine schreiben zu lassen und das dann als "qualifizierten Abschluss" oder "Reifeprüfung" auszugeben.

Niemand wäre folglich auch auf die noch viel verrücktere Idee gekommen, erst 9 Jahre Schreibaufgaben mit Wirklichkeitsbewältigung zu verwechseln und dann auch noch 9 Jahre Unsinn in 8 Jahren machen zu wollen und das für eine intelligente Tat anzusehen.

Niemand wäre vor 2000 Jahren so geistig minderbemittelt gewesen, sich auf Papier die Wirklichkeit vorschreiben zu lassen und sich dann dem Wahn hinzugeben, das Leben habe nichts Besseres vor, als jeden Tag so zu werden, wie man es gestern in die Unterrichtsvorbereitung geschrieben hat.

Niemand wäre vor 2000 Jahren auf die komische Idee gekommen, das Überleben mit Sümpfen, Bären und Wildschweinen ausgerechnet von den Leuten lernen zu wollen, die das alles nur fern von Sümpfen, Bären und Wildschweinen aus Büchern studiert haben.

Jedes kleine Kind hätte solchen Leuten ins Gesicht gelacht und gesagt: "LERN doch erst mal was!"
und jedes kleine Kind hätte vor 2000 Jahren noch gewusst, dass LERNEN nicht Bücherlesen heißt sondern:

LebensFäHRten verfolgen - die GeFAHRen auf sich nehmen - eigene ErFAHRungen sammeln.

Niemand wäre vor 2000 Jahren auf die skurile Idee gekommen, sich oben hinzustellen und Kinder über Sümpfe und Bären und Wildschweine zu unterrichten.
Unterricht richtet nach unten.

Vor 2000 Jahren musste jeder noch selbst Sümpfe und Bären und Wildschweine bewältigen und war dadurch ein brauchbares Vorbild mit Sogwirkung.

Vorbilder mit Sogwirkung drücken nicht nach unten sondern sie ziehen nach vorn.

In der neuen Ich-kann-Schule gilt auch das SOG-Prinzip.

Wir sollten uns langsam mal alle bewusst überlegen, wohin wir wollen:
+ immer noch perfekter wissenschaftlich abgesichert nach unten oder
+ mit gesundem Menschenverstand auf eigenes Risiko mit den eigenen Kräften nach vorn.

Ich wünsche - so oder so - guten Erfolg.

Franz Josef Neffe

aus einer Diskussion: http://blog.schule-im-aufbruch.de/phpbb3...php?f=6&t=13477

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