#1 Glaubenssätze von Christine B. Mager 06.07.2012 20:56

Woran wir glauben!

Glaubenssätze haben mein Leben beeinflusst von frühester Kindheit an. Hineingeboren wurde ich in den sechziger Jahren in eine überwiegend evangelisch lutherisch geprägte Familie in einer überwiegend katholisch geprägten Umfeld in der nördlichen Oberpfalz. Moslems kannte ich nicht wirklich. Irgendwann nahm ich wahr, dass in einer Häuserzeile an der Hauptstraße welche wohnen würden. Das waren die, deren Frauen und Mädchen in den Gärten dahinter beim Wäsche aufhängen immer mit Kopftüchern herum liefen. Auf der Straße sah man diese Frauen selten bis nie. Wenn ja, dann nur im Pulk beim Lebensmittelhändler.

Meterhohe Schneewehen waren ein selbstverständlicher Zustand einer winterlichen Landschaft. Ansonsten weht das ganze Jahr über der böhmische Wind. In der vierten Klasse stellte ich fest, dass ein richtig großes Kopftuch, das gleichzeitig den Schal ersetzte mir angenehmer war, als unter der Wollmütze zu schwitzen. Selbst in sehr kalten und schneereichen Wintertagen, die es in meiner Kindheit und Jugend noch sehr viele gab. Und sah es nicht auch noch schicker aus? Ich schlang also mit Begeisterung und sehr lässig ein riesiges Volklorekopftuch um den selben. Nun konnte ich endlich in der Schule ohne feuchte Haare, welche die fast allmorgendlichen Kopfschmerzen bis zu Übelkeit nur förderten, im zugigen Klassenraum sitzen. Meine unbeschwerte Begeisterung hielt so lange an, bis der unwirsche Blick meiner Oma darauf, sich in der sehr galligen Bemerkung entlud, ich würde gewiss mal einen Moslem als Schwiegersohn anschleppen. Aber dann ... Moslem, was ist das? Ja eben, das wären die, welche in der bewussten Häuserzeile wohnten. Und ich sollte dort nicht mehr dahinter vorbei gehen, sondern nur vorne herum auf Hauptstraße, wo man mich auch sehen könnte; man wüsste ja nie ... Der Schulweg führte von einem Ende der Stadt bis zum Anderen. Da der Weg dort eine Abkürzung auf dem Schulweg für mich bedeutete und damit eine Erleichterung mit der schweren Schultasche, lief ich nach kurzer Zeit doch wieder dort entlang. Bekannte meiner Familie, die es sicher nur gut mit mir meinten, informierten anscheinend regelmäßig meine Familie über diese Verfehlung und auch über alle anderen. Sie schienen nichts anderes zu tun zu haben.

Die Glaubenssätze wurden im Laufe der Zeit immer mehr. Jeden Monat ein neuer Glaubenssatz. Mädchen sollten Röcke tragen, nicht pfeifen oder laut lachen. Ein Kind geschiedener Eltern, aus dem kann ja nichts werden. Was ist der Unterschied zu Kindern, denen ein Elternteil wegstirbt? Keine Antwort. Nur aus Beamtenkindern wird überhaupt mal was. Außer wenn Kinder ein sehr wohlhabendes Elternhaus hatten, schon über mehrere Generationen hinweg. Mädchen schlagen die Beine beim Sitzen nicht übereinander, sondern stellen sie Knie an Knie ordentlich nebeneinander. Anständige Kinder ordentlicher Eltern gehen beim Spazieren brav neben den Eltern her und laufen nicht wild herum. In Gegenwart von Fremden stellen Kinder keine Fragen. Sonntags gehen anständige Leute in die Kirche. Mit elf Jahren ist ein Kind zu alt für Teddybären, Mädchen spielen nicht mit Lego-Bausteinen und Jungs nicht mit Puppen. Mit zehn sollte ein Kind nicht mehr mit anderen kleineren Kindern spielen und ihnen zeigen wie man perfekte Sandkuchen baut oder mit den kleineren auf dem Klettergerüst herum turnen, sondern sich gesittet auf eine Bank setzen und ihnen höchstens zuschauen, wenn von den Eltern beauftragt. Sportverein? Das ist was für die Kinder reicher Eltern. Beim Putzen hat man Sport genug. Jungs dürfen Fußball spielen. Mädchen sollten auf keinen Fall Fußball spielen. Tennis ist was für Reiche, reiten was für Adelige, Abgehobene oder Reiche. Anständige Leute lesen die örtliche Tageszeitung. Lesen von Büchern oder gar schreiben ist was für Faule, Reiche oder Beamte – für Bessere. Malen ist was für Tagträumer und Faulenzer. Anständige Leute haben dazu gar keine Zeit - die arbeiten in der Zeit lieber was Vernünftiges. Wenn überhaupt ein Hobby, dann Gartenarbeit. Schreiner ist ein Männerberuf. Krankenpflege ist was für Frauen. Studieren sollten nur Männer, weil eine so teure Ausbildung lohnt sich nicht für Frauen aus einfachem Hause – die ziehen sowieso irgendwann Kinder groß. Deswegen sollten Mädchen ab elf Jahren statt sinnlosem Spielen ihre Zeit lieber für die Aussteuer verwenden und sticken, häkeln und stricken erlernen. Ein Junge der Gefallen findet am Stricken, mit dem kann ja was nicht stimmen. Anständige Kinder machen ihren Eltern keine Sorgen. Geh gerade. Sitz gerade. Trag den Kopf nicht so hoch. Anständige Leute gehen früh ins Bett und stehen noch früher auf, egal ob sie schlafen können oder ihnen morgens übel ist. Das ist normal. Nur liederliche Leute schlafen am Wochenende länger oder hören laute Amimusik. Anständige Leute hören deutsche Volksmusik. Klavier spielen ist nur was für Reiche, Akkordeon spielen lernen ist vernünftig. Leute, die nicht miteinander verheiratet sind, gehen auch nicht alleine miteinander spazieren - das verführt nur. Zu was? Frag nicht so viel! Mit zu vielen Fragen belästigt man seine Mitmenschen nur, und das wäre wiederum unanständig ... ... ... ... ... ... ...

Ich will nicht alle Glaubenssätze aufschreiben, die ich kenne. Ihr sollt ruhig auch noch ein wenig Spaß haben. Welche Glaubenssätze haben euch gequält?

Wem bisher nicht klar war, wozu Glaubenssätze dienen: Sie dienen der Produktion von Schablonen. Der perfekten Anpassung von Menschen erleichtert das Spiel mit dem Einheitspuzzle ... alle passen wie vorgestanzt durch die gleiche Form ... ob das Gesamtbild stimmt oder nicht, wen interessierts. Mein Aufschrei: "Wen es interessiert? Ja mich!"
"Oh, da wirst du dir aber noch viele Schwierigkeiten im Leben einhandeln." "Was für Schwierigkeiten?" "Das wirst du dann schon merken, das ist eben so."

JA, gemerkt hab ich es. Ich habe gemerkt, wie wertvoll meine persönliche Entscheidungs-Freiheit ist.

Für die Durchsetzung von Glaubenssätzen sind manche Menschen bereit, sehr viel in Kauf zu nehmen. Sie verzichten auf ihre persönliche Freiheit und erwarten selbiges von anderen. Generationen übergreifend machen sie sich und nachfolgende Generationen unglücklich, in dem sie sich jegliche natürliche Lebensfreude aus ihrem Leben vertreiben lassen und wiederum anderen selbst vertreiben. Manchmal gehen Sie dabei auch noch weiter. Wer nicht einer bestimmten Schablone entsprechen will, wird bestenfalls aus der betreffenden Gemeinschaft ausgeschlossen, manchmal wirtschaftlich und gesellschaftlich ruiniert, schlimmstenfalls "beseitigt".

Ich nehme mir hier die Freiheit, ein wenig zu werben für eine alle gesellschaftlichen, politischen und religösen übergreifeinde >> verbindene Lebenseinstellung. Damit wir alle unsere feinen Talente zum eigenen Wohle nutzen und damit auch in der Gemeinschaft einbringen können. Meine These: Bewußte, zufriedene und glückliche Menschen werden weder zum Sklaven noch zum Desposten, weder in der Familie noch in der Gemeinschaft.

Christine B. Mager

#2 RE: Glaubenssätze von tender 07.07.2012 10:46

>> Mobbing kostet !!! Lebensqualität, Ausbildungsstandard, Geld

Auswirkungen von Mobbing in der Schule

#3 RE: Glaubenssätze von Christine B. Mager 28.08.2012 04:28

WIE Glaubenssätze sich auf unser Leben auswirken siehe in der >>> Wuestenblume

#4 RE: Glaubenssätze von tender 18.02.2013 23:00



David Kato, ermorderter ugandischer Aktivist für Schwulenrechte


>>> Todesstrafe für Homosexualität in Uganda stoppen!

#5 RE: Glaubenssätze von Christine B. Mager 14.04.2013 13:41

>>> "Der Islam braucht Demokratie"

#6 Das Glauben ist die Praxis des Glaubens, die man lernen kann. von Franz Josef Neffe 18.04.2013 19:26

GLAUBEN leitet sich von ahd. "galaubjan = für lieb halten" ab.
Das lateinsiche "cre-do" eigentlich "cor do" = "ich gebe mein Herz" sagt noch genauer, worum es geht und wie es wirkt.
Irgendwann kann jeder erkennen, dass man sich sein Herz nicht immer nehmen lassen muss.
Wir haben eine Stimme und mit dieser Stimme kann jeder lernen, selbst sein Leben zu be-stimmen.
Dann kann man im Falle einer Ohnmacht tun, was der Mächtige verlangt, aber man muss nicht sein Herz dazu bringen.
Im Gegenteil: mit dem Herzen haben wir ganz andere Aufgaben.
Mit der Kraft des Herzens können wir eine neue Atmosphäre erschaffen, gezielt zum Wachstum der Kräfte, die GÜTE in unser Leben bringen.
Bei COUÉ kann man schnell und einfach lernen, worum es geht und wie´s gemacht wird.
Das Glauben ist keine Kunst weil es eine Kunst ist.
Guten Erfolg!
Franz Josef Neffe

#7 Hirnwäscher, wie gefährlich ist Scientology von Christine B. Mager 06.06.2013 15:59



>>> Hirnwäscher, wie gefährlich ist Scientology

#8 RE: Glaubenssätze von Christine B. Mager 06.06.2013 16:37



>>> kreuz und quer - Von Haus zu Haus: Jehovas Zeugen

#9 RE: Glaubenssätze von Christine B. Mager 11.08.2014 04:54



Bei diesem Beitrag habe ich lange überlegt, wohin ich ihn platzieren soll.
Ursprünglich geht es in der Angelegenheit um Biokampfstoffe und pestizidfreie Landwirtschaft und der gesundheitlichen Folgen für Menschen.
Der Ablauf zeigt deutlich, wie sehr Glaubenssätze dem Einzelnen und der Gesellschaft an sich Schaden zufügen.
Das allgemeine Glauben von den jeweiligen Mitläufern und Verantwortlichen an ihr jeweiliges System und dem
ignorieren der jeweiligen persönlichen Verantwortung führt zur Installation und Aufrechterhaltung jeglicher Unrechtssysteme.
Wer blindgläubig seinen System folgt, denen er durch Geburt, Schule, Beruf, Interessen begeht Verbrechen, die rein durch die Mitgliedschaft
in seinen Systemen und dem Glauben und blinden Vertrauen daran (noch) legitimiert werden.

#10 RE: Hirnwäscher, wie gefährlich ist Scientology von WurzelSepp 29.08.2014 18:43

Dass sich Scientology in über 600 Städten etablieren konnte, das demonstriert das Totalversagen der heutigen, "vertheoretisierten" Hochschul-Psychologie. S. ist aus zwei Gründen keine Religion, obwohl das - wohl aus Gründen der Steuerbefreiung - in manchen Ländern behauptet wird. Die Christen waren ursprünglich neben dutzenden anderen Glaubens-Gemeinschaften nur eine Sekte. Eine Sekte wird dann zur Religion, wenn sie in einem Staat, also von den Politikern öffentlich als Gemeingut anerkannt wird. Der zweite Punkt, warum S. keine Religion ist, ist noch bedeutsamer: Übliches Kennzeichen einer Religion ist der Glaube an Gott, dieser fehlt bei S. vollständig. Die treffendere Bezeichnung wäre daher, dass S. eine psychologische Sekte ist, also ein Zusammenschluss von Menschen, welche an eine bestimmte psychologische Erkenntnis und Praxis glauben. Welche Erkenntnis hat dieser Ron Hubbard zu einer psychologischen Methode gemacht ?
Die Erfahrung, dass unverarbeitete, stark emotionale Erlebnisse zu einer "Verbiegung" des vernünftigen Denkens führen (Aberration, Deviation vom Normalen). Was z.B. Frau Mager beklagt, dass sie mit belastenden Glaubenssätzen (Suggestionen) eingeschränkt bis unterdrückt worden ist, das könnte auf unverarbeitete Erlebnisse der sie umgebenden Personen zurückgehen. "Bewußte, zufriedene und glückliche Menschen werden weder zum Sklaven noch zum Desposten, weder in der Familie noch in der Gemeinschaft." Für diese Auffassung spricht vieles. Die Frage ergibt sich, wann ist ein Erlebnis emotional verarbeitet, was ist das überhaupt ?
Erlebnisse, die starke Gefühle ausgelöst haben, sind dann verarbeitet, wenn die Gefühlskomponente, wenn der Gefühlsanteil abgeklungen ist und man wieder "normal", also neutral und sachlich daran denken kann, weder überschätzend, noch unterschätzend, sondern realistisch. Starke emotionale Erlebnisse drücken sozusagen aus dem seelischen Gleichgewicht heraus. Wenn jemand - als Beispiel - tief beleidigt und verletzt worden ist, dann kann er Wut und Rachegelüste empfinden, er kann verzweifelte Ohnmachtsgefühle haben. Werden diese Gefühle nicht abgebaut und aufgelöst, sondern werden sie von anderem verdeckt und gehen sie vergessen, dann bleiben sie im Unbewussten weiterhin wirksam vorhanden: sie lösen sich (manchmal lebenslang) nicht von selber auf (oft auch nicht dadurch, dass einen etwas "immer wieder beschäftigt"). Weil diese Gefühlskomponenten weiterhin vorhanden sind, verursachen sie in bestimmten Situationen (bei sog. Auslöse-Reizen) irrationales (unvernünftiges, unerklärliches, unsinniges) Denken, Handeln und Verhalten. Dafür gibt es jede Menge Beispiele: jemand rastet "grundlos" aus, oder es kommt im betrunkenen (ungehemmten) Zustand allerlei "hoch", oder es erfolgt eine bereute "dumme" Fehlentscheidung, unerklärliches Verhalten (panische Sprech- und Prüfungsängste), Herzklopfen, und vieles mehr.
Die Methode von Hubbard ist seit Jahrtausenden bekannt, nämlich dass das Sich-Aussprechen mit einem anderen Menschen "erleichtert", die Kirche hat das mit der Beichte institutionalisiert. Das Prinzip ist, dass die Schilderung eines belastenden Ereignisses (besonders einem anderen Menschen gegenüber) eine derart intensive Erinnerung auslöst, dass die Sache - samt den damaligen Emotionen - wiedererlebt wird. In der Praxis bei S. bedeutet das, dass ein noch nicht verarbeitetes Erlebnis zehn-, zwanzig-, dreissigmal geschildert werden muss, wobei sich der Gefühlsanteil von selber jedesmal ein wenig mehr abbaut und die emotional bedingte Deviation (Abweichung vom Vernünftigen durch eine emotionale Belastung im Unbewussten) immer mehr schwindet. Weil das meist mit starker Erregung, mit Wutausbrüchen, Zittern, Weinen, Schreien, usw. , verbunden ist, kann dieses Verfahren nicht gut öffentlich zu Werbezwecken vorgezeigt werden.
Welche Rolle spielt dabei das E-Meter ? Dabei hält der Therapierte in jeder Hand einen einfachen metallischen Gegenstand, z.B. ein kleines Rohrstück, diese sind mit einem Draht zum Ohm-Meter verbunden, das den elektrischen Widerstand zwischen den Rohren (über den Körper) mit einem Zeiger anzeigt. Weil der Körper unwillkürlich auch auf längst Vergessenes reagiert, wenn ein Reizwort oder ein ähnlicher Reiz-Gedanke aufkommt, kann man sich damit zum Ursprung der nicht aufgelösten Emotion sozusagen vortasten und eventuell eine ganze Kette von Belastungen von ihrem seinerzeitigen Ursprung (Beginn) her auflösen. Wenn sich die Hände auch nur leicht verkrampfen, dann schlägt der Zeiger sofort aus, langsamer reagiert er auf Schweiss-Ausbrüche, bzw. muss die Empfindlichkeit des Messgerätes nebenher mit einem Drehknopf angepasst (nachjustiert) werden.
Fairerweise muss gesagt werden, dass S. ein paar einfache Regeln in der Praxis erkannt hat und diese bereitstellt und verkauft, ja sogar dazu einlädt, dass man das privat gegenseitig anzuwenden versucht, weil das Prinzip so einfach ist.
In der Schweiz ist S. deshalb arg in Misskredit gekommen, weil vor vielen Jahren verzweifelte Hilfesuchende um gewaltige Geldbeträge erleichtert worden sind, auch das Ohm-Meter (in angepasster Ausführung) ist um ein Vielfaches seines seriösen Wertes verkauft worden.
Auch bei S. wird nur mit gewöhnlichem Wasser gekocht, alles andere ist mit speziellen Ausdrücken hochgeputschte (eventuell gefährlich verwirrende) Fantasie.

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